Und wie hat das bisher funktioniert?
Tillmann Brandt ist Mathe-Coach in Weinstadt im Remstal. Seit 27 Jahren begleitet er Oberstufenschüler in Baden-Württemberg zu Klausuren, GFS und Abitur — im Leistungsfach und im Basisfach, vor Ort oder online per Teams. Sein Coaching basiert auf der Lernforschung von Jo Boaler (Stanford) und John Hattie: Denkmodelle statt Auswendiglernen. Familien kommen aus Waiblingen, Schorndorf, Fellbach, Winnenden, Remshalden und Stuttgart.

Ich war der Junge, der draußen sein wollte. Basketball, Action, immer in Bewegung. Und der abends trotzdem auf die Nussknacker-Rätsel im Radio gewartet hat. Logik, Zahlen, Zusammenhänge — das hatte ich früh. In der Schule ist das kaum jemandem aufgefallen. Aufgefallen bin ich, weil ich nicht stillsitzen konnte, weil ich Vokabeln nicht auswendig lernen wollte und weil ich selten der einfachste Schüler im Raum war. In Klasse 11 bin ich sitzengeblieben. Latein und Deutsch. In Mathe war ich trotzdem gut. Die ganze Zeit.
Schon damals saßen Klassenkameraden neben mir und wollten wissen, wie ich das rechne. Später waren es die Jüngeren aus dem Basketball, dann die ersten Abiturienten. Das ist 27 Jahre her, und im Kern hat sich nichts geändert: Ich zeige, wie Mathe zusammenhängt, Baustein für Baustein. Und ich erkenne die Schüler, die man in der Schule falsch einsortiert hat. Weil ich einer war.
Warum ich Coach sage und nicht Nachhilfe
Wer zu mir kommt, erzählt mir erst mal seine Geschichte. Dann frage ich: Und wie hat das bisher funktioniert? Wenn ein Sportler oder eine Musikerin vor mir sitzt, frage ich noch etwas: Gehst du acht Wochen nicht ins Training — und übst zwei Tage vor dem Spiel zum ersten Mal, was der Trainer dir aufgeschrieben hat? Dann lachen alle. Natürlich nicht. Im Training bekommt man etwas gezeigt, probiert es, es klappt mal, mal nicht, der Trainer korrigiert, man probiert wieder. So wird man stärker. Und in Mathe? Klausur vorbei, zehn Wochen Pause.
Genau da setze ich an. Ich bin nicht der, der Stoff nachträgt. Ich bin der Coach. Und von einem Coach nimmt man Dinge an, die man von den eigenen Eltern nie annehmen würde. Das wissen die Familien, die mir seit Jahren ihre Kinder anvertrauen, ziemlich genau.
Auch der Profi macht Beinarbeit
In Mathe heißt Beinarbeit: Brüche, Terme, Gleichungen, lineare Funktionen. Wer das sicher kann, kann in der Oberstufe vernetzt denken. Wer es nicht sicher kann, lernt in Klasse 12 auswendig, was man nicht auswendig lernen kann. Deshalb fließt das bei mir in jede Session mit ein: Wo ein Baustein fehlt, setzen wir ihn neu. Auch in Klasse 12. Nicht als Rückschritt, sondern weil das Gesamtgerüst und die Spitzenleistung genau darauf stehen.
Kein Kind verändert sich sofort
Ich verspreche keine Wunder in vier Wochen. Die einzige Ausnahme ist mein Klausur-Coaching: kurz, intensiv, für Schüler, die schon gut sind und vor der nächsten Arbeit noch besser werden wollen.
Im regelmäßigen Coaching sieht der Weg anders aus. Die meisten entwickeln sich Schritt für Schritt: mehr Ruhe, mehr Struktur, bessere Noten. Und ein Teil macht den größten Sprung erst in der Abi-Vorbereitung. Dann, wenn sie die Art zu arbeiten, die wir von Anfang an trainiert haben, zum ersten Mal ganz annehmen: alte Abis, klare Aufschriebe, Bausteine statt Auswendiglernen. Diese Schüler schreiben im Abitur oft ihr stärkstes Mathe-Ergebnis. Der Satz, den ich danach am häufigsten höre:
Im Abi habe ich verstanden, was Sie die ganze Zeit gemeint haben.
Das ist das Ziel. Nicht, dass ich es geschafft habe. Dass sie es geschafft haben.
Wer ich sonst bin
Ich lebe mit meiner Familie in Weinstadt im Remstal. Sport gehört seit Kindertagen dazu: früher Basketball, heute Tennis und Fitness. Und ich begleite meine Kinder bei allem, was sie ausprobieren. Genau das ist ihr Fundament. Deshalb glaube ich nicht an Talent. Ich glaube an die vielen kleinen Schritte, die niemand sieht.
Und ja, KI gehört heute dazu. Wir lernen gemeinsam, sie so einzusetzen, dass sie Ihr Kind stärker macht und besser im Lernen: als Teil des Teams, nicht als Ersatz für das eigene Können und nicht als Abkürzung. Richtig genutzt, arbeitet sie sokratisch: Sie fragt nach, statt vorzusagen. Und die richtigen Fragen stellen zu können, ist am Ende genau das, was gutes Lernen ausmacht.
Ob das zu Ihrem Kind passt, klären wir am besten in einem Erstgespräch.